3-Türen-Bagua oder Richtungs-Bagua ?
In den meisten kommerziellen Feng Shui Büchern wird das 3-Türen-Bagua als Analyseinstrument vorgestellt, obwohl die Feng Shui Profis i.d.R. mit dem so genannten Richtungs-Bagua (Kompass-Bagua) arbeiten.
Die Methode des 3-Türen Bagua unterscheidet sich von dem Richtungs-Bagua darin, dass die realen Himmelsrichtungen unberücksichtigt bleiben. Die drei Bagua-Bereiche Wissen, Karriere und Hilfreiche Freunde des 9-Felder-Rasters werden grundsätzlich an der Wand des Gebäudes oder der Wohnung angelegt, an der sich die Eingangstür befindet. Je nach Platzierung der Tür liegt diese dann in einem der drei Sektoren.

Das 3-Türen-Bagua ist relativ neu. Es wurde ursprünglich von Lin Yun Rinpoche, dem Oberhaupt der tantrisch-buddhistischen Schwarzhut-Schule, in Amerika eingeführt und zeigt eine Verbindung zum hinduistischen Vaastu auf. Die klassische Feng Shui Schule kann sich mit dieser Methode nicht anfreunden und bezeichnet sie als zu "unwissenschaftlich". Nicht zu unrecht, da ausgefeilte Techniken, wie z.B. die Fliegenden Sterne, bei diesem System nicht anwendbar sind.
Die Verfechter des 3-Türen-Bagua beziehen sich vor allem auf die Tatsache, dass sich heutzutage viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern oder Hochhäusern befinden, die mit der traditionellen Methode nur schwer zu analysieren sind, da der Einfluss der Außenenergien für die meisten zu 50% und mehr wegfällt. Es gibt Feng Shui Praktiker, die sich je nach Anteil des Außenmauerwerks für das 3-Türen-Bagua oder das Richtungs-Bagua entscheiden.
Sehr interessant hierzu sind die Studien des Psychologen Fred Fischer über unterschiedliche Bewegungsmechanismen in einem geschlossenen und frei liegenden Raum, die er in seinem Buch "Der Wohnraum" veröffentlicht hat. Hierin stellt er fest, dass sich die meisten Menschen nach dem Betreten eines geschlossenen Raumes im Uhrzeigersinn entlang der Wände bewegen. Während sie freistehende Objekte oder Objekte in der freien Natur entgegen den Uhrzeigersinn umlaufen. Darüber hinaus beschreibt er verschiedene Raumempfindungen, die er in der so genannten 9-Felder-Theorie dokumentierte. Hiernach haben die Mehrzahl der Testpersonen in einem geschlossenen Versuchsraum, den der Psychologe fiktiv in neun Felder aufteilte, in den einzelnen Sektoren jeweils über die gleichen Empfindungen berichtet. Bei allen Versuchen standen sie mit dem Rücken zur Eingangstür. Vergleicht man nun diese Studien mit den tiefer gehenden Bedeutungen der neun Felder des 3-Türen-Bagua, so ist eine gewisse Analogie festzustellen.
Insofern ist eine Verwendung dieser Bagua-Methode bei Gebäuden mit zahlreichen Wohneinheiten durchaus nachvollziehbar. Die einzelnen Wohnungen stellen im Gesamtgebäude abgeschlossene Räume dar, und bei Einheiten, denen der natürliche Energieaustausch größtenteils fehlt, dominiert die innere Chi-Bewegung des Gebäudes bzw. der Wohneinheiten.